Nächstes Konzert:   20.05.2012  11:00 Uhr   WIDERTÄKTIGS: CD-Vorstellung   ST.GALLEN; Altstätten; Diogenes

WYSEL - a musical storyboard

Sehschule mit Ländlermusik

http://www.hochparterre.ch/nachrichten/design//post/detail/sehschule-mit-laendlermusik/

Aufstieg und Fall des fabelhaften Wysel

Aufstieg und Fall des fabelhaften Wysel

Zofingen · Musik&Theater und Verein Kulturraum Hirzenberg boten Ländlermusik multimedial an

Musikalisch in ständig wechselnder Besetzung in Szene gesetzt haben sie hervorragende Solisten aus Volksmusik, Jazz und Klassik, angeführt durch Noldi Alder von den legendären «Alder Buebe» (Violine und Hackbrett). Ebenfalls dabei sind Adrian Pflugshaupt (Saxophon, Flöte), Basil Hubatka (Trompete, Flügelhorn), Bernhard Bamert (Posaune), Hans Hasler (Akkordeon, Klarinette), Marcel Oetiker (Schwyzerörgeli), Rätus Flisch (Kontrabass), Marco Käppeli (Perkussion) und Christoph Baumann (Klavier).

Grandiose Umsetzung des Wandels
Der musikalischen Bilderbogen in dem mit Wysel personifizierten Künstlerschicksal zeichnet den Trendwechsel schleichend ab. Anfänglich bringt das Ensemble Beispiele lüpfiger Ländlermusik in Reinkultur hervor. Zunehmend mischen sich Dissonanzen ein, der Rhythmus wird ruckender, Handorgel («Kwätschkoomodä») und Klarinette werden durch Trompeten und Posaunen abgelöst, in den Motiven der Ländler tauchen Elemente des Dixie und Rock auf. Diese Übergänge bewältigten die Musiker mit erstaunlicher Beweglichkeit und absolut stilsicher. Immer wieder weckten solistische Paradestücke spontanen Applaus. Das «Story-board» (Drehbuch) von «Wysel» in der Komposition von Christoph Baumann ist ein Meisterstück des Musiktheaters.


© Zofinger Tagblatt / MLZ; 21. Februar 2012; 2; Region

Panorama-Flug durch die Flegeljahre der Ländlermusik

Panorama-Flug durch die Flegeljahre der Ländlermusik

[...] Musiktheater ohne Gesang und ohne szenisches Spiel? Der musikalische Bilderbogen «Wysel» (Ausgabe vom letzten Montag) machte das Experiment mit einem Konzept, das die Geschichte nur erzählt und visuell neue Wege ging.

Da verschieben sich Bildflächen zu räumlichen Tiefenwirkungen. Die Bilder werden heran- und weggezoomt wie bei Kamerafahrten durch Berglandschaften. Wenn Rennautos über den Klausen flitzen oder sich der Bilderfluss zum kaleidoskopischen Trip verflüssigt, grenzt das an Zauberei.

Das trifft sich kongenial mit der Musik, die Christoph Baumann (Leitung am Flügel) auf Volksmusik-Motive komponierte: ein Soundtrack, der originale Volksmusik auf die Bühne zitiert, wenn Kleinensembles vor Bildsujets so posieren, als gehörten sie mit ins Bild. Aber Baumann verfremdet das Volksmusik-Idiom raffiniert und schmilzt es in eine fröhlich mitreissende oder melancholische Klangwelt von heute ein. Die Musik bleibt damit das Hauptereignis des Abends – auch dank der hochkarätigen Besetzung mit Noldi Alder als virtuos gefordertem Wysel-Geiger, Hans Hassler am Akkordeon, Marcel Oetiker am Schwyzerörgeli und Jazzmusikern an Blasinstrumenten, Bass und Schlagzeug.
[…]


© Neue Luzerner Zeitung; 30. Januar 2012; 31lzhp; Neue Luzerner Zeitung; Kultur (Urs Mattenberger)

WYSEL - Ein musikalischer Bilderbogen

http://www.art-tv.ch/8866-0-Theater-Uri-Wysel.html

Der «Hendrix» aus dem Reusstal

Der «Hendrix» aus dem Reusstal

Eine himmeltraurige Geschichte aus den Flegeljahren des Ländlers als Musiktheater

Der Urner Volksmusik-Vermittler Franz-Xaver Nager bringt in Altdorf das Stück «Wysel – a musical storyboard» auf die Bühne. Es erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Stars aus der Blütezeit der Ländlermusik.

Ein furioser Aufstieg, ein atemberaubender Höhenflug und dann der Absturz ins Bodenlose: So sehen manche Künstlerschicksale im Zeitalter der Pop-Kultur und des Personenkults aus. Bloss, das gab's auch schon früher, lange vor Jimi Hendrix, Kurt Cobain, Freddy Mercury oder Amy Winehouse. Und dies sogar in der heilen Landi-Schweiz. Sex & Drugs & Rock'n'Roll – oder besser: Weiber, Schnaps und Ländlermusik – wurden vor dem Zweiten Weltkrieg manchem Innerschweizer Musikanten zum Verhängnis, der mit seinem Instrument in den Beizen der Städte viel mehr Geld verdienen konnte als mit Gelegenheitsarbeiten in der armen Heimat.

Ländliches für Städter
Der jodelnde Urner Geiger Wysel ist so einer, ein fröhlicher Vagant, den sein Talent zu einer Zeit, als der Ausbau der Verkehrsnetze und die Verbreitung von Radio und Grammophon Musikern zu bis dahin undenkbarer Popularität verhelfen, von der Bürgler Chilbi ins Zürcher Vergnügungsviertel und weiter nach Berlin und bis ins pulsierende Paris trägt. «Das alles erlebt der Wysel», sagt Franz-Xaver Nager, «und irgendwann verliert er halt die Bodenhaftung.»

Der Musikwissenschafter und Volksmusik-Vermittler Nager machte den fiktiven Ländlerkönig zum Helden eines musikalischen Bilderbogens, der am 28. Januar in Altdorf uraufgeführt wird. «Wysel – a musical storyboard» heisst das Stück. Nager entwickelte es wie schon seine früheren Altdorfer Produktionen «Attinghausen» und «Ds Gräis» mit dem Komponisten Christoph Baumann und dem Szenografen Rolf Derrer. Wiederum treffen auf der Bühne ländliche Kulturtradition und urbanes Kunstschaffen aufeinander, und wiederum vermählen sich Elemente des Volkstheaters und der Volksmusik mit modernen Theater- und Musikformen.

Das zehnköpfige Rurban Music Ensemble sorgt dafür, dass «Wysel» über die Grenzen von Musical und Oper hinausgeht. «Das Stück soll künstlerisch auf der Höhe sein, wir wollen ein zeitgenössisches Musiktheater, das aber auch für ein breites Publikum attraktiv ist», hält Nager am grossen Tisch in seinem Altdorfer Atelierhaus fest. «Nicht ganz zufällig spielt es auf einer ein halbes Jahrhundert lang vergessenen Schweizer Kulturschiene und klingt deshalb halt etwas mehr nach Alpen als nach Downtown Zürich.» Er wünscht sich aber, dass viele Städter den Weg an die Aufführungen in Altdorf und Zofingen finden werden. Und am liebsten wäre es ihm, wenn er den «Wysel» auch auf einer Zürcher Bühne zeigen könnte.

Ein uralter Traum
In der Tradition seiner Sprechopern «Ds Gräis» und «Attinghausen» macht Nager den Erzähler Walter Sigi Arnold zum Mitglied eines Orchesters, das aus herausragenden Jazz-, Klassik- und Volksmusikern wie dem Saxofonisten Adi Pflugshaupt, dem Trompeter Basil Hubatka oder dem Schwyzerörgeler Marcel Oetiker besteht, die allesamt gerne über den Hag grasen. Rolf Derrers Arbeit mit dem Licht spielt einmal mehr eine zentrale Rolle. Und der Zürcher Videokünstler Eduardo Santana zaubert aus Zeichnungen des jungen Luzerner Illustrators Lorenz Rieser animierte 3-D-Effekte, die selbst auf dem kleinen Computerbildschirm verblüffen und die im Theater grossartig wirken müssen. «Wir haben eine Bewegung im Stück, die soooo langsam abläuft, dass man jedes Bild einzeln sieht», sagt Nager halb im Schalk, halb im Ernst. «Denn scheint's ist die Ländlermusik eine gemütliche Musik, also soll man sich im Theater-Fauteuil zurücklehnen und eine uralte Geschichte in volkskulturell eingefärbten Bildern und Klängen geniessen können. Wir alle haben doch schon einmal von einem Leben geträumt, wie es der Wysel hat: beliebt und begehrt und berühmt sein, abenteuerliche Reisen, wilde Bettgeschichten, rauschende Feste.»

Die Ausstellung zum Stück
Nager recherchierte lange bei den letzten noch lebenden Zeitgenossen aus den Flegeljahren der Ländlermusik. Die Entstehung und der gewaltige Boom des Ländlers in den Zwischenkriegsjahren sind nur vor dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergrund nachvollziehbar. Doch kulturhistorische Abhandlungen passen nicht auf die Theaterbühne. Und so kam es, dass sich «Wysel» ganz ungeplant in eine weitere Dimension ausdehnte: Seit dem 6. Januar und noch bis zum 12. Februar hängen in Altdorf ein Dutzend Plakate im dreifachen Weltformat. Sie stammen aus Riesers rund 200 Illustrationen und erzählen, einzig mit Jahreszahlen versehen, aber ohne Hinweis auf das Theater, wie die alte Bauernmusik zur neuen Ländlermusik wurde. Nagers Texte dazu finden sich in einer gratis abgegebenen Broschüre. Der Rundgang ist eine lüpfige Einstimmung auf das Stück. Er beginnt 1918 und endet 1943 beim Thema Grabesstille mit dem Spruch: «Gääch i d Heechi und gschwind i ds Grab – so isch s nu mängem ggangä.»

Altdorf, Theater Uri, 28. Januar bis 10. Februar (sechs Aufführungen), und Zofingen, Stadtsaal, 18. Februar. Weitere Gastspiele sind in Planung.

Eines der Ausstellungsplakate zum Musiktheater «Wysel» an einer Bushaltestelle an der Klausenstrasse in Altdorf.

© Neue Zürcher Zeitung; 26. Januar 2012; 21 22
Vermischtes (vm) - Alois Feusi, Altdorf - Adrian Baer / NZZ

Aussergewöhnliches Musikproduktion im Kanton Uri

Link zum Beitrag:
http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/regional/zentralschweiz/318931.aussergewoehnliche-musikproduktion-im-kanton-uri.html

WYSEL: Die Proben haben begonnen

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WYSEL: Die Proben haben begonnen

Im Januar wartet Franz-Xaver Nager mit einem neuen Musiktheater auf. Dazu konnte er auch bekannte Musiker wie Noldi Alder oder Marcel Oetiker ins Boot holen.

Franz-Xaver Nagers neues Musiktheater-Projekt «Wysel» kommt am Samstag, 28. Januar, im Theater Uri zur Uraufführung. Ende November fanden die ersten Proben des illustren Kleinorchesters statt, in dem Volksmusiker, Jazzer und Klassiker zusammenspielen.

Leute aus verschiedenen Kunstrichtungen zusammenzuführen, das war dem Altdorfer Musikwissenschaftler Franz-Xaver Nager schon immer ein Anliegen. So hat er, zusammen mit Komponist Christoph Baumann, für «Wysel» ein neunköpfiges Orchester zusammengestellt, in dem neben Volksmusiker Noldi Alder (Geige, Hackbrett, Jodel) oder Marcel Oetiker (Schwyzerörgeli) auch Instrumentalisten mitwirken, die sonst in der Jazzszene oder in der klassischen Musik für Aufsehen sorgen.

Bilder und Video faszinieren
Jazzposaunist Bernhard Bamert, Professor an der Zürcher Musikhochschule, spielt beispielsweise in Kaspar Ewalds «Exorbitantem Kabinett» mit, das an den letzten «Alpentönen» auch schon hierzulande auftrat. Der Saxofonist Adi Pflugshaupt, den Pepe Lienhard gerne als Solisten in seine Big Band holt, brillierte schon auf Baumanns letzter CD «Kein schöner Land». Wie alle andern Mitwirkenden hat sich auch der Trompeter Basil Hubatka bereits früher für Volksmusik interessiert. Mit seinem renommierten klassischen Bläserquintett Lucerne Chamber Brass nahm er die CD «Bauernmusik revisited» auf – und so erklang alte Schweizer Volksmusik auch schon als Zugabe in der Londoner Wigmore Hall.

Für die Musikproben kam nun Ende November erstmals das ganze Ensemble zusammen, und es erlebte dabei auch einige Überraschungen: Ein Appenzeller Zäuerli zu singen, das war für alle musikalisches Neuland. «Es klappte aber schon ganz anständig», meinte Noldi Alder hinterher. Im Weiteren zeigte sich einmal mehr, dass es auch für hervorragende Musiker gar nicht so einfach ist, einen Ländler richtig zum «Grooven» zu bringen – schon gar nicht, wenn er harmonisch und rhythmisch mitunter abenteuerliche Wendungen nimmt, wie man das ja von Christoph Baumann bestens kennt.

In zwei intensiven Probentagen ist die heterogene Formation schon gut zusammengewachsen. Und nachdem der Luzerner Illustrator Lorenz Rieser und der Zürcher Videokünstler Eduardo Santana auch die faszinierende Bilderwelt der «Wysel»-Story präsentiert hatten, war man sich einig: Das wird ein ebenso anspruchsvolles wie spannendes Projekt.

Der Vorverkauf für die Altdorfer «Wysel»-Aufführungen, die vom Samstag, 28. Januar, bis Freitag, 10. Februar, stattfinden, ist eröffnet. Billetts gibt es beim Ticket-Center Uri. Weitere Informationen gibt es auf der Website www.wysel.ch

Die Premiere von «Wysel» findet am 28. Januar im Theater Uri in Altdorf statt. [...]

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(NLZ;NUZ)